Langsam ist gut

Grenzen, das Laufen zeigt sie mir regelmäßig auf. Hin und wieder überwinde ich sie. Manchmal auch nicht. Aber immer wieder stehe ich im Streitgespräch mit mir selbst: Weitermachen? Aufhören? Grenzen respektieren? Grenzen überschreiten?

Eine der wichtigsten Lektionen, die ich bisher als Läufer gelernt habe ist diese: Nicht jeder Lauf soll einen an seine Grenzen bringen. Auch Läufer müssen mal joggen. Wer in jedem Lauf  an sein persönliches Leistungslimit geht macht es grundlegend falsch. Zurückhaltung ist ein wichtiges Gebot beim Laufen. Es sind die langsamen Läufe, in denen man 1,5 – 2 Minuten langsamer als sein Marathon-Renntempo läuft, die die Ausdauer und Stärke langfristig verbessern.

In einem Sport, in dem es um Schnelligkeit geht ist Langsamkeit eine ganz besonders schwere Herausforderung. Gerade das langsame Laufen muss man, genau wie das schnelle, erst einmal lernen. Auch hier sind es Grenzen, die man sich selbst auferlegt: Langsamer als Tempo X/km darf ich nun wirklich nicht werden. Nun werde ich schon wieder überholt. Ich schwitze ja noch nicht einmal richtig. Auch das sind Grenzerfahrungen, die einen mit seinen eigenen Ängsten und Egoismen konfrontieren. Lässt man sich zu sehr von den Ängsten treiben wird man sich läuferisch nicht verbessern.

Im Leben ist es genau so. Die Dosierung der Kraft sollte nicht nur von äußeren Druckfaktoren (z.B. Beruf, Familie, Freunde), sondern auch von der inneren langfristigen Strategie abhängig gemacht werden (Gesundheit, Zufriedenheit). Manchmal fühlt es sich so an, als würden andere Menschen mich ständig überholen. Vermeintlich bessere Jobs, ein dickes Gehalt, neues Auto. Hier möchte ich mir sagen können: Lass sie vorbeiziehen. Auch wenn es verlockend ist in diesem Moment mithalten zu wollen – tu es nicht. Betrachte das Leben als einen langen langsamen Lauf, eher 100 Meilen anstatt 100 Meter lang. Und das langfristige Ziel ist es schlicht und einfach bis zum Ende durchzuhalten.

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