Lieber Beckenkamm

Lieber Beckenkamm,

es freut mich wirklich sehr, dass wir uns nach all den gemeinsamen Jahren als Nachbarn nun endlich einmal richtig kennenlernen. Du bist normalerweise etwas unscheinbar, eher still. Du spielst dich nie in der Vordergrund, erledigst deinen Job meist zuverlässig, egal wie stressig es auch gerade sein mag. Das macht dich grundsympathisch. Aber auch du hast deine Grenzen. Die letzten Wochen waren hart für dich. Es gab kaum Ruhephasen, ständig wollte jemand was von dir. Bis du schließlich nicht mehr konntest. Auch das macht dich sympathisch: Niemand ist perfekt. Nimm dir die Zeit, die du brauchst um wieder auf die Beine zu kommen. Wenn du etwas brauchst, sag mir gerne Bescheid! Auf gute Nachbarschaft!

Was tun wenn der Körper nicht so will der Kopf? In 10 Tagen will ich 100 Meilen laufen. In den letzten 10 Tagen bin ich insgesamt nur 20 km gelaufen. Die rechte Hüfte, genauer der rechte Beckenkamm, macht mir Probleme und mit jedem Aufsetzen des rechten Fußes durchfährt mich ein unangenehmer Reiz. Ich würde es nicht Schmerz nennen. Es hindert mich aber daran mein rechtes Bein voll zu belasten. Die Folge: Der Bewegungsablauf passt sich an, ich laufe unrund und humpel möglicherweise ein wenig. Nicht gut.

Der Orthopäde und ich haben die Ursache schnell festgestellt: Überlastung! Ich habe die Wochenumfänge viel zu schnell gesteigert (von 100 auf 170 km) und habe meinem Körper keine Zeit gegeben sich vernünftig darauf einzustellen und anzupassen. Ich weiß, man soll die Wochenumfänge immer nur um 10% steigern. Ich weiß das alles, dennoch habe ich solch einen (Anfänger-)Fehler gemacht. Wahrscheinlich weil ich ein Anfänger bin.

Wenn man Laufmagazine liest, Laufpodcasts hört und sich im Internet umschaut spricht die ganze Laufszene dauernd von Verletzungen. Ich habe das nie Ernst genommen, hielt mich für unverwundbar. Das hat sich nun geändert. Ultralaufen ist ein Sport mit einem hohen Verletzungsrisiko. Das Risiko kann allerdings durch einige einfache Regeln minimiert werden. Dazu zählt die Umfänge nicht aus dem Ruder laufen zu lassen und regelmäßig Kraftübungen für den Rumpf zu machen. Wenn man dazu noch darauf achtet genug Flüssigkeit zu sich zu nehmen ist die Wahrscheinlichkeit sich zu verletzten deutlich reduziert.

Wer lernen will muss fühlen. Man lernt nie aus. Es gibt viele Phrasen, die jetzt passen würden. Es stimmt, ich glaube viele Fehler bzw. Erfahrungen muss man am eigenen Leib erfahren. Leute können einem noch zu viel erzählen. Wie geht es weiter: Ich war gestern 5 km laufen und es ist etwas besser geworden. Solange ich langsam laufe ist alles gut. Und etwas anderes habe ich in Berlin sowieso nicht vor. Das Busticket nach Berlin habe ich jedenfalls gestern gebucht.

UPDATE: Lauf ist abgesagt. Artikel dazu folgt.

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